Einbürgerungstest: Ablauf, Fragen, Kosten und Vorbereitung
Der Einbürgerungstest ist die gesetzliche Wissensprüfung auf dem Weg zur deutschen Staatsbürgerschaft. Er prüft Kenntnisse über die Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie die Lebensverhältnisse in Deutschland. Diese Seite erklärt den Ablauf, den amtlichen Fragenkatalog, die Kosten und einen Lernplan, der in zwei bis vier Wochen trägt — und Sie können alle 310 Fragen hier kostenlos üben.
Der Einbürgerungstest auf einen Blick
| Fragen in der Prüfung | 33 (30 allgemeine + 3 zum Bundesland) |
|---|---|
| Zeit | 60 Minuten |
| Bestanden ab | 17 von 33 richtigen Antworten |
| Fragen zum Lernen | 310 (300 allgemeine + 10 für Ihr Bundesland) |
| Gesamtkatalog | 460 Fragen (300 + 16 × 10) |
| Antwortformat | Multiple Choice, vier Vorgaben, genau eine richtig |
| Gebühr | 25 € pro Versuch |
| Ort | akkreditierte Prüfstelle, z. B. Volkshochschule |
| Sprache | ausschließlich Deutsch, keine Hilfsmittel |
| Wiederholung | unbegrenzt möglich, je 25 € |
Wie der Prüfungstag abläuft
Sie melden sich vorab bei einer Prüfstelle an — in der Regel telefonisch oder online bei der Volkshochschule Ihrer Stadt — und zahlen die Gebühr von 25 Euro. Am Prüfungstag brauchen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis. Vor Ort erhalten Sie einen Fragebogen mit 33 Fragen und einen Antwortbogen, auf dem Sie pro Frage genau ein Kästchen markieren.
Sie haben 60 Minuten — das sind knapp zwei Minuten pro Frage und damit deutlich mehr Zeit, als die meisten brauchen. Wörterbücher, Handys und Notizen sind nicht erlaubt. Das Ergebnis kommt nicht sofort: Der Antwortbogen wird beim BAMF ausgewertet, und Sie erhalten das Zertifikat üblicherweise nach vier bis sechs Wochen per Post. Dieses Zertifikat legen Sie später Ihrer Einbürgerungsbehörde vor; es ist unbefristet gültig.
310 Fragen, nicht 460 — der häufigste Lernfehler
Der amtliche Gesamtfragenkatalog umfasst 460 Fragen, und genau diese Zahl schreckt viele ab. Für Ihre Prüfung ist sie falsch. Der Katalog besteht aus 300 bundesweiten Fragen und 160 landesspezifischen Fragen — 10 für jedes der 16 Bundesländer. In Ihrer Prüfung erscheinen nur die Landesfragen eines Bundeslandes: desjenigen, in dem Sie den Einbürgerungsantrag stellen. Die 150 Landesfragen der übrigen Länder können Sie ignorieren.
Ihr tatsächlicher Lernstoff sind also 310 Fragen. Passbereit stellt Ihnen genau diese 310 zusammen, sobald Sie Ihr Bundesland auswählen — alle 16 Bundesländer mit ihren Landesfragen finden Sie in der Übersicht.
Die Themenbereiche im Katalog
Das BAMF gliedert die Fragen in drei Themenbereiche: Leben in der Demokratie, Geschichte und Verantwortung sowie Mensch und Gesellschaft. Die Verteilung ist ungleich, und daraus ergibt sich eine klare Lernreihenfolge.
| Thema | Fragen | Typische Inhalte |
|---|---|---|
| Geschichte und Verantwortung | 75 | Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Teilung, DDR, Mauerfall |
| Leben in der Demokratie | 58 | Wahlen, Parteien, Bundestag, Bundesrat, Bundespräsident |
| Staat und Föderalismus | 50 | Zuständigkeiten von Bund, Ländern und Gemeinden |
| Recht und Rechtsstaat | 45 | Gewaltenteilung, Gerichte, Bundesverfassungsgericht |
| Mensch und Gesellschaft | 44 | Arbeit, Familie, Schule, Religion, Zusammenleben |
| Grundrechte | 22 | Menschenwürde, Meinungs-, Religions- und Versammlungsfreiheit |
| Symbole und Feiertage | 6 | Flagge, Wappen, Hymne, 3. Oktober |
Beginnen Sie bei Geschichte und Verantwortung. Der Block ist der größte, wirkt aber nur so lange schwer, wie die Jahreszahlen fehlen. Neun Daten tragen den Großteil: 1919, 1933, 1945, 1949, 1961, 1989 und 1990 — dazu der 9. November und der 3. Oktober.
Lernplan für zwei bis vier Wochen
- Tag 1: Bundesland festlegen und die 10 Landesfragen lernen. Drei davon kommen garantiert in der Prüfung — das sind die sichersten Punkte im ganzen Test.
- Woche 1: Geschichte und Verantwortung sowie Leben in der Demokratie durcharbeiten, thematisch statt in Zahlenreihenfolge.
- Woche 2: Staat, Recht, Gesellschaft, Grundrechte und Symbole. Parallel das Prüfungsvokabular mitnehmen, damit Formulierungen wie „Gewaltenteilung“ oder „Verordnung“ nicht mehr stolpern lassen.
- Woche 3: Nur noch Fehler. Falsch beantwortete Fragen landen in Mein Fokus und werden dort gezielt wiederholt.
- Letzte Tage: Probetests unter Zeitdruck, jeden Tag einen. Ziel ist nicht 17, sondern 33 von 33.
Zwanzig bis dreißig Minuten täglich schlagen einen Marathon am Wochenende. Die Fragen sind Faktenwissen, und Faktenwissen bleibt durch Wiederholung in kurzen Abständen hängen.
Warum Sie nicht auf 17 lernen sollten
17 von 33 ist die amtliche Grenze — etwas mehr als die Hälfte. Sie klingt bequem, und genau das ist die Falle. Wer im Üben knapp über 17 landet, hat keinen Puffer: Nervosität, eine ungewohnte Formulierung und zwei Fragen, die man verwechselt, reichen aus. Trainieren Sie deshalb auf Vollständigkeit. Bei 310 Fragen ist das machbar, denn der Katalog ist öffentlich und ändert sich nur selten.
Achten Sie beim Üben außerdem darauf, dass die Antworten ihre Position wechseln. Feste Fragebögen verführen dazu, „immer C“ zu lernen statt des Inhalts. In den Probetests von Passbereit wird jede Runde neu gemischt, und die Auswahl der 30 allgemeinen Fragen wechselt ebenfalls.
Einbürgerungstest oder Leben in Deutschland?
Beide Prüfungen nutzen denselben Fragenkatalog, dasselbe Format und dieselbe Zeit. Der Unterschied liegt im Zweck und in der Bestehensgrenze: Leben in Deutschland ist die Abschlussprüfung des Orientierungskurses, für die häufig 15 richtige Antworten genügen. Der Einbürgerungstest verlangt 17. Erreichen Sie im Test Leben in Deutschland mindestens 17 Punkte, gilt er zugleich als Einbürgerungstest — Sie sparen einen Termin und 25 Euro. Ausführlich im Leitfaden Leben in Deutschland.
Wer ist vom Test befreit?
Keinen Einbürgerungstest brauchen Personen, die einen deutschen Schulabschluss haben, sowie Kinder unter 16 Jahren. Auch bei Krankheit, Behinderung oder altersbedingt kann die Einbürgerungsbehörde befreien. Verbindlich entscheidet immer Ihre zuständige Behörde — fragen Sie dort nach, bevor Sie einen Termin buchen und 25 Euro zahlen.
Häufige Fragen
Wie viele Fragen muss ich richtig beantworten?
17 von 33. Üben Sie auf 33 von 33.
Was passiert, wenn ich durchfalle?
Sie können beliebig oft wiederholen, ohne Sperrzeit. Jeder Versuch kostet erneut 25 Euro. Nutzen Sie die Zeit bis zum nächsten Termin für die Fragen, die Sie verloren haben.
Sind die Fragen jedes Jahr neu?
Nein. Der Katalog ist öffentlich und stabil; Änderungen sind selten und betreffen einzelne Fragen. Deshalb können Sie sich zu 100 Prozent mit den echten Fragen vorbereiten.
Gibt es den Test auf Englisch?
Nein, die Prüfung ist ausschließlich auf Deutsch. Beim Üben hilft eine Übersetzung aber sehr: Passbereit zeigt zu jeder Frage auf Wunsch die englische Fassung, damit Sie den Inhalt verstehen und nicht bloß auswendig lernen.
Wie melde ich mich an?
Über eine akkreditierte Prüfstelle in Ihrer Nähe, meist die Volkshochschule. Suchen Sie nach „Einbürgerungstest“ plus Ihrem Ort, oder nutzen Sie die Prüfstellensuche des BAMF.
Weitere Fragen und Antworten →
In English
The Einbürgerungstest is the mandatory knowledge test for German citizenship: 33 multiple-choice questions in 60 minutes, and you pass from 17 correct. You study 310 questions — the 300 national ones plus the 10 for the state where you file your application, not all 460 in the catalog. The exam costs 25 € at an accredited centre and can be repeated without limit.
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